Guido Kucznierz

Guido Kucznierz’ Bilder sind unaussprechlich. Es sind utopische Welten, Einblicke in unbekannte Körper. Es entspricht der Absicht des Künstlers, wenn der Betrachter keine Relation zur realen Welt erkennt. Denn Kucznierz ist auf der Suche nach dem Neuen, nach dem nie Dagewesenen. "Ich versuche an nichts zu denken, wenn ich zeichne", sagt er. "Mich völlig leer zu machen, um möglichst anderes zu finden, als das was ich kenne."

Dabei geht er vor wie ein Forscher, der ein Ziel formuliert hat, aber den Weg dahin noch nicht kennt. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum Kucznierz so experimentell arbeitet. Wenn ihm ein Teil missfällt, wird er kurzerhand herausgeschnitten und ersetzt. Benötigt der Künstler noch mehr Platz um seine Idee zu verfolgen, dann klebt er Papierbahnen an die Tuschezeichnungen und erzielt damit eine spannende Ästhetik des Unperfekten.

Es ist ein undurchdringbares Dickicht von feinen Linien, die sich kreuzen und umschlingen, von gestrichelten Röhren, freien Flächen, die wie Einsprengsel im Gittergefüge von abertausend Strichen wirken. Schroffe gezackte Elemente begegnen runderen weicheren Teilen, Flächen grenzen sich ab, werfen Tentakel aus, durchdringen sich und docken aneinander an. Alles ist organisch, gleicht einer Ursuppe, die schon sehr entwickelte Bestandteile enthält. Leeres trifft auf Volles, Aufstrebendes auf Absinkendes. So gerät Bewegung in den Formenapparat. Am Schluss steht die Komposition: Dicht gestrichelte, dunkle Flächen stehen frei gelassenen Flächen und hellen Elementen gegenüber. Jede Figur besetzt ihr Feld im Sinne der gleichberechtigten Wirkung. So stehen wenig gestaltete Flächen neben intensiv bearbeiteten im Gleichgewicht zueinander. Mit farbiger Tinte unterstreicht der Künstler Zeichen und Flächen und strukturiert so seine Arbeit. Dabei komme es ihm auf die Gesamtwirkung an und weniger darauf, den Fokus auf einzelne Elemente zu werfen, sagt er dazu.

Quelle: Badische Zeitung


Vita

Leben

1944 geboren in Breslau
1966-1970 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe bei Prof. Wilhelm Loth
seit 1985 in der Galerie Linda Treiber vertreten

Auszeichnungen

1980 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg

Werke in unserer Sammlung

o.T. , 2007, Acryl auf Glas, je 190 x 39 cm
Zeltblume, 2000, verschiede Materialien, 220 x 60 cm
o.T., 2010, Tusche auf Papier, 88 x 122 cm