Armin Göhringer

Bild-Quelle: Badische Zeitung

Ein zentrales Motiv in seinem Werk ist seit über 10 Jahren die Kreuzschichtung. Der Holzstamm (oder auch nur ein Segment des Kreises) wird mit einem gleichmäßigen Raster waagerechter und senkrechter Schnitte versehen. Diese werden zunächst von vorne und – dem entgegengesetzt – in anderer Ausrichtung dann von hinten angebracht, so dass das Holzvolumen gitterartig geöffnet wird, ohne dass die Schnitte den Stamm durchschneiden dürfen. Vom Weitem betrachtet wirken Skulpturen dieser Art wie gezeichnete Liniengebilde.
Der Vergleich des Zeichnens im Raum mit der plastischen Arbeit, wie wir ihn von dem Stahlbildhauer Robert Schad kennen, hat gleichfalls Bedeutung für Armin Göhringer. Die Arbeit am Holz beginnt mit einer Markierung der wichtigsten Schnitte auf dem Werkblock, dessen formale Ideen zuvor skizzenhaft auf Papier festgehalten wurden. Die Holzzeichnungen auf dem Kunstwerk verschwinden dann durch die Arbeit der Kettensäge. Der Arbeitsvorgang erfordert höchste Konzentration. Jeder zu weit geführte Schnitt zerstört das komplizierte Konstrukt der sich überschneidenden Linien. Die herausgesägten Partien öffnen den zuvor geschlossenen Raumkörper und lassen das Licht als bildnerisches Element mit in die Arbeit einfließen.
 
Göhringer, dessen künstlerischer Ausgangspunkt die Malerei und Zeichnung waren, hat den Aspekt der Farbe nie gänzlich aus seinem Werk verbannt. Es fällt auf, dass die meisten ausgestellten Skulpturen schwarz bemalt sind. Göhringer verwendet dazu schwarzes Pigment und Leinöl. Die Fassung der Holzstücke (in der Vergangenheit gab es auch weiß bemalte Skulpturen) dient der Hervorhebung skulpturaler Prinzipien und der Veränderung der Oberflächenwirkung. „Das Riechen der Farbe und das Kneten des Pigments“ werden von ihm als sinnliches Erlebnis empfunden, „welches ich auch als Bildhauer niemals missen möchte“, sagt Armin Göhringer darüber. Die Wirkung von Farbe, sei es die auf das Holz aufgebrachte oder auch die dem Holz eigene, dient dazu, Formales innerhalb einer Plastik deutlicher zu machen. „Schwarz zwingt das Licht richtig durch“, hat der Künstler dazu einmal festgehalten. Durch die Farbe Schwarz, die Licht absorbiert, werden die geschwärzten Plastiken in ihrem ambivalenten Charakter unterstrichen: den körperhaften Materialoberflächen stehen die leeren, hellen Lichträume, also die „Luft in der Plastik“,  in ihrem Innern entgegen.
Die Bearbeitung von Holz mit der Kettensäge hinterlässt dessen Spuren auf dem Material. Die hölzernen Oberflächen sind nicht völlig glatt und eben, sondern von Einkerbungen, Schnitten, abgesplitterten Partien gekennzeichnet. Göhringer korrigiert die abstehenden Holzfasern behutsam mit dem Schweißbrenner, in der Erkenntnis, dem Werk durch sein Zutun seinen Charakter zu erhalten. Dazu gehört auch, dass der Bildhauer Schwundrisse und andere Veränderungen des Holzes als selbstverständlich mit in seine Arbeit einbringt.
„Die Auseinandersetzung mit der senkrechten und waagerechten Linie führte zu einer Reduktion, zu einer Vereinfachung der Werke, zu schlichten, einfachen Lösungen. Kein Verschönern, keine Zierde, keine spektakulären Bewegungen und Formen, nichts unnötig Buntes mehr. Dafür aber Konzentration, Wesentliches, Zielgerichtetes, Kraft und Ruhe“, - so ein Zitat Göhringers.  

http://www.armin-goehringer.de/zur-arbeit.html


Vita

Leben

1954 geboren in Nordrach
1976-1982
Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach a.M.
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lebt in Zell am Harmersbach im Schwarzwald
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Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg

Auszeichnungen

1982 Kunstförderpreis des Rotary-Clubs, Offenbach a.M.
1982
1. Preisträger der Johannes Mosbach-Stiftung der Kunsthochschule Offenbach
1994 Freiburg Stipendium / Götz und Moriz
1996 Preisträger des Wettbewerbs  für "Zeitgenössische Kunst in der Ortenau"
1996 Atelieraufenthalt im "Alten Schlachthof "in Sigmaringen
2001 Preis für Skulptur, der Stadt  Mörfelden-Walldorf
2003 Stadtkünstler, Spaichingen

Werke in unserer Sammlung

o.T., 2007, Platanenholz, 152 x 37 cm
o.T., 2002, Kirschbaumholz, 241 x 30 cm